Nach einem mehrjährigen intensiven Abstimmungsprozess der im Leitungsausschuss vertretenen Experten aus den Fachbereichen Ökologie, Wasserbau, Schifffahrt und Regionalwirtschaft konnte im April 2004 eine Einigung auf Planungsgrundsätze zum „Flussbaulichen Gesamtprojekt Donau östlich von Wien“ erreicht werden. Damit wurde die Grundlage für ein ökonomisch und ökologisch ausgewogenes Projekt für die Donau östlich von Wien geschaffen. Auf der Basis der Planungsgrundsätze wurde eine detaillierte UVE ausgearbeitet und im März 2006 bei den zuständigen Behörden Niederösterreichs und Wiens das Flussbauliche Gesamtprojekt zur UVP eingereicht.
Folgende Entwurfsgrundsätze kamen zur Anwendung:
- Zum Stopp der Sohleintiefung kommt die Granulometrische Sohlverbesserung - also die Zugabe von Grobkies mit Korndurchmesser von etwa 40 bis 70 mm – zur Anwendung. Die Granulometrische Sohlverbesserung wird im Sinne einer adaptiven Bauausführung eingebracht. Zunächst werden Kolkstrecken, und somit tiefere Abschnitte, mit granulometrischen Material belegt, um die Auswirkungen auf die Seichtstellen der Donau - die Furten - beurteilen zu können. Eine Belegung der übrigen Strecke erfolgt nur, wenn weiterhin eine fortschreitende Sohleintiefung festgestellt wird.
- Für den Planungsgrundsatz Fahrwasserparameter wurde festgelegt, dass auf der Breite der Schifffahrtsrinne von 120 Metern eine Mindestfahrwassertiefe von 2,60 Meter bei Regulierungsniederwasser (RNW) zu errichten ist, während in einer eingeschränkten Schifffahrtsrinne von 100 Metern Breite eine Fahrwassertiefe von 2,70 Metern hergestellt wird. In Abschnitten mit Granulometrischer Sohlverbesserung ist aufgrund der erhöhten Steinschlaggefahr für Schiffspropeller - insbesondere von selbstfahrenden Motorgüterschiffen - ein Zuschlag von einem Dezimeter vorgesehen.
- Die Verbesserung der Mindestfahrwassertiefe bei Regulierungsniederwasser (RNW) erfolgt so weit wie möglich durch Stromsohlenanpassung, d.h. durch Baggerungen und flächigem Wiedereinbau des gebaggerten Materials in tieferen Bereichen. Dies trägt zur Erhaltung der flussmorphologischen Eigendynamik bei.
- Die Konzeption von Regulierungsbauwerken wie Buhnen und Leitwerken erfolgt integrativ, d.h. unter gleichwertiger Berücksichtigung der hydraulischen, morphologischen und ökologischen Kriterien.
- Zur Verbesserung der Wasservorsorgung des Nationalparks Donau-Auen sind umfangreiche Uferrenaturierungs- und Gewässervernetzungsmaßnahmen vorgesehen. Das in vielen Uferabschnitten anzutreffende enge Steinkorsett wird ebenso wie Traversen weitestgehend rückgebaut um der Au-Landschaft wieder ihre ursprüngliche Dynamik zurück zu geben und die Grundwasserverhältnisse zu stabilisieren. Die Sicherung der standorttypischen Fauna und Flora soll damit sichergestellt werden.
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